05:03 | Verena Schleich

(…)

Die Schwalben begrüßen den jungen Morgen mit einer Lebendigkeit, einer absoluten Lebenslust. Ich lache. Ich singe. Ich erkenne, dass die einsame Person am Hauptplatz gar keine ist, sondern die Figur des Erzherzog Johann, der stoisch da steht.
Das Gezwitscher der Vögel hingegen berührt ihn nicht. Mich schon. Und ich erkenne, dass all die Gemäuer, Dächer und Plätze, die schon seit Jahrhunderten die Grazer dulden, ertragen, nicht das sind, was diese Stadt ausmacht.
Es ist die Freude, die Neugier, die Freundlichkeit, die Lust am Hier & Jetzt, das Staunen, Begreifen und Genießen, die Graz zu meiner Heimat machen.
Und jetzt hol ich mir ein Semmerl beim Edegger-Tax. Denn ich hab Hunger – aufs Leben.