05:42 | Ursula Pleschberger

Die Stadt liegt frisch gewaschen zu meinen Füßen. Wetterbedingt kann ich die umliegende Hügel nicht sehen. Ich bewundere die Dachlandschaft der Altstadt – warum hat das eine Dach einen Knick. Das lauteste Geräusch, das ich höre, ist das Quietschen, wenn die Straßenbahn um die Kurve fährt. Das Licht in den Schaufenstern der Bank im Rathaus stört. 

Meine Heimatstadt und ich – nur wir zwei. Ich denke an die Personen, die vor mir hier gestanden sind, und fühle mich irgendwie mit ihnen verbunden. Auf einmal wird es heller, die Wolken lichten sich kurz, dann kommt die nächste Front. Es ist interessant, dies zu beobachten. Unter mir, bei einem Sitzplatz, sitzt eine weiße Katze und putzt sich – ein friedliches Bild. Ich bin dankbar und froh, dass auch Graz so ein friedliches Bild bietet.