Community Blog

© La Strada Graz / Martin Hauer

Sie, die TeilnehmerInnen, die jeweils eine Stunde Wache über die Stadt halten und Ihre BegleiterInnen, sind die ProtagonistInnen des Community Art-Projektes „The Graz Vigil“ von La Strada, eine Kreation von Joanne Leighton. 

Der Community Blog begleitet das Projekt vom Aufbau der temporären Rauminstallation am Schlossberg; bildet die TeilnehmerInnen ab und lässt an ihren Gedanken teilhaben, die sie uns nach ihrer Vigil-Stunde in Form von Notizen überlassen. Diese sind in Auszügen hier nachzulesen.

Sie finden auch Bilder und Informationen über die Abschlusszeremonie am 31. Dezember 2020.

07:39 | Christa Ecker-Eckhofen

Die Häuser und speziell die Dächer erinnern mich an die Lego-Steine meiner Kindheit. Ein Haus, es ist schmäler als ein Zimmer.

15:36 | Tile von Damm

Irgendwann frage ich mich ob in den Höfen direkt vor mir wirklich jemand wohnt, sein zu Hause hat. Kein einziger Mensch, kein Lebewesen ist zu sehen.

07:40 | Michael Söllinger

Die Altstadt war klar zu sehen. Sogar ein paar Sonnenstrahlen drangen durch den Winternebel. Der klare Blick reichte bis zum nebelverhangenen Plabutsch, Zentralfriedhof und Randbezirke.

15:35 | Maria Hofer

Die Altstadt war klar zu sehen. Sogar ein paar Sonnenstrahlen drangen durch den Winternebel. Der klare Blick reichte bis zum nebelverhangenen Plabutsch, Zentralfriedhof und Randbezirke.

07:40 | Anja Bührlen

Der Nebel hat leider die Sonne verborgen, trotzdem fühlte ich mich sehr geborgen.

15:34 | Irmgard Pferzinger

Eine unerwartet schöne, kurzweilige Zeit. Die Stadt schien im Schlaf verfallen, kaum Menschen zu sehen (am Hauptplatz waren immer zwischen 3 und 5 Menschen); die einzigen Lebewesen, die mir Gesellschaft geleistet haben, waren die Krähen

15:32 | Sylvia Zannantonio

Die Tür schließt sich hinter mir. Langsam trete ich nach vorne an die Scheibe und blicke hinaus. Mein Blick schweift hektisch herum. „Was soll ich mir jetzt in dieser ganzen Stunde nur anschauen?“

07:41 | Sigrid Alber

Da gibt es viel zu sehen; Punkte, die ich auch von oben aus bestens kenne oder zu kennen glaube, schließlich zeige und zeigte ich vielen Personen „mein“ Graz von oben vom Schlossberg aus, entdecke ich neu.

15:31 | Maria Geder

Dann bewege ich mich auf die östliche Seite zu, da es im Westen eher heiß ist. Hier sehe ich den Uhrturm inmitten schöner gärtnerischer Landschaft. Viele Leute schauen von oben auf den Shelter und sind neugierig.

07:42 | Brigitte Schuchlenz

Mit immer weiter aufgehender Sonne werden immer mehr Lichtreflexe in den Glasfenstern sichtbar – wie vor allem am A1-Hochhaus beim Griesplatz.

15:30 | Ingrid Enge

Eigenartig zu Beginn. Ich orientiere mich, suche mir einen Platz und dann schaue ich. Ich sehe die Stadt, sehe wie groß sie ist und die Sonne blendet mich.

07:42 | Corinja Hein

Blinklichter auf einem Fahrzeug. Wolken formen bezaubernde Schönheit.

15:29 | Ursula Schmitt

Gerne lerne ich diese Stadt, in der ich seit fast 35 Jahren lebe, immer wieder neu kennen.

07:43 | Bianca Strauß

Nach vorne gehen und verweilen, während Menschen durch die Straßen eilen. Eine Stadt ist aufgewacht nach einer langen Winternacht.

15:27 | Hermann Moser

Man selbst als „Beobachter“ steht hinter einer Glasscheibe, die in diesem Fall sozusagen das Tor zur Welt ist.

07:43 | Susanne Bauer

Danke für die wunderbare Möglichkeit über die Stadt und ihre Menschen zu wachen und dadurch auch Neues zu erfahren.

15:26 | Stefanie Schweiger

Bevor sich die Augen an die winterlich starke Sonne gewöhnen, nehme ich eine unerwartete Klangwelt wahr.

07:43 | Gerhard Prossliner

Eine Stunde, als Bruchteil eines Nichts, endend seiend, aber nicht endend wollend. Struktur der Stadt, Festgefrorenes Skelett, kopfüber.

15:25 | Daniela Holzer

Die Gedanken und Wahrnehmungen springen und fließen zuerst: Wow. Schön. Hoch. Immer mehr fühlt es sich aber irritierend an.

07:44 | Gerald Dreier

Was für mich wirklich erstaunlich ist, wie schnell eine Stunde vergehen kann. Hätte mir gedacht, dass das Gegenteil der Fall wäre.

15:24 | Walter Cadek

Ein wunderschöner wolkenloser Sonnenuntergang. Die Sonnenstrahlen spenden ein wohliges warmes Klima im Shelter.

07:44 | Christoph Skoff

Vielen Dank für eine unvergessliche Stunde im Shelter. Eine Stunde nur mit mir und der Stadt, in der ich lebe.

15:23 | Cornelia Weixler

Oje, meine Höhenangst…solch schöner Blick auf Graz.

07:44 | Ursula Hauszer

Die aufgehende Sonne (wie große die Distanz doch ist, die sie in der einen Stunde aufgestiegen ist!) taucht meine Stadt in warmes Licht – eigentlich wechselt das Licht ja ständig, alles verändert sich je nachdem wie intensiv die Sonne drauf strahlt.

15:22 | Stefanie Guerra Alvarado

Der frische Holzduft, das Gekreische der Raben. Die Kirchenglocken; leiste Musiktöne; ferne Gespräche; ein ständiges Rauschen; unzählige Dächer…

07:44 | Eveline Koberg

In Geborgenheit von Stille und weitem Blick schaue ich auf die Dächer unter mir. Im gleichmäßigen Licht des Morgens strahlen sie das in sich Ruhende von Vergangenem aus.

15:21 | Wilma Gauster

Alle Leichtigkeit des Seins.

07:44 | Christoph Hartner

Eine Stunde kann sich ganz schön lange anfühlen – das zumindest habe ich befürchtet, als meine Wache begann. Aber auch 20 Jahre klingt ganz schön lang – so lange ist Graz jetzt schon mein Hafen.

15:19 | Gerhard Schrempf

Eine Stunde allein mit sich und der Stadt. Man sieht die Häuser, manche ragen hoch über die anderen hinaus. Man sieht die vielen Kirchen mit ihren Türmen. Und man hört die Stadt. Ein leises gleichmäßiges Rauschen, wie

7:44 | Teresa Guggenberger

Geduld für die Ungeduldige. Ich bin ja jemand, der grundsätzlich alle paar Minuten sein Handy checkt: Wie spät ist es gerade? Habe ich schon eine Antwort auf mein E-Mail bekommen? Hat jemand angerufen? Wie wird das Wetter morgen?

15:19 | Natalie Resch

Je länger ich diese Situation betrachte, umso ruhiger werde ich. Meine Aufmerksamkeit richtet sich auf den Wechsel von Sonne, Wolken, Wasser und Eis. Ein Blick. Viele Perspektiven. Ich denke an Bewegung und Wandel. Und zugleich ist es nicht der umherschweifende Blick

7:44 | Elfriede Schalk

Ich bin total beeindruckt von meinem Erfahren im Shelter. Es fehlen mir die Worte vor tiefer Ehrfurcht. Das Eingebundensein zwischen Himmel und Erde, dieses Bewusstwerden ist etwas ganz Besonderes. Ein Teil des Ganzen zu sein. Ein Sehen in der Stille auf meine Stadt Graz.

Aufbau der temporären Rauminstallation

Alexander Krischner, Masterstudent an der TU Graz, erzählt über den Entwicklungsprozess des ortsspezifischen Designs und die Zusammenarbeit mit dem französischen Architekten Benjamin Tovo.

Pressegespräch zu Sonnenaufgang

Zu Sonnenaufgang lud La Strada am 17. Dezember zum Pressegespräch am Schlossberg. Neben der Vorstellung von „The Graz Vigil“ gab Festival-Direktor Werner Schrempf einen Ausblick auf weitere Kulturjahrprojekte wie „Leviathan“ in der Grazer Oper und „Das Dorf“ in Graz Reininghaus.