18:52 | Roberta Aichinger

1. Sinneswahrnehmung nach dem Fliederduft am Schlossberg – angenehmer Geruch nach frischem Holz im „Kobel“
2. Wahrnehmung – blick durch die Scheibe auf die aneinander geschmiegten Altstadthäuser – ich möchte gern mit ihnen spielen wie in einer Puppenküche.
3. Wahrnehmung – leere Plätze, leere Straßen, kaum Verkehr – eine entseelte Stadt. Auf dem neuen Kunsthaus die Leuchtschrift: „Dank allen, die helfen“ – was hat Corona mit Graz gemacht? So sehr einem oft die Touristenströme lästig waren mit den einkaufsfreudigen Einwohnern – so leer ist die Stadt nun an einem Samstag Abend!

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So schön die Altstadt-Häuser anzuschauen sind und die Hochhäuser in etwas Entfernung stehen und die Bautätigkeit mit den Kränen nicht abgeht – es fehlt der Puls der Stadt und ich schaue mich bereits nach Lichtern hinter den Fenstern, um wenigstens Menschenseelen zu erahnen.

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